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Stabübergabe

Die Frage, was mit ihrem Sohn, ihrer Tochter mit geistiger Behinderung passiert, wenn sie einmal nicht mehr da sind, beschäftigt alle Eltern. Der Zeitpunkt der „Stabsübergabe“ muss mit der ganzen Familie gut vorbereitet werden.

Wer übernimmt die Verantwortung für die Tochter, den Sohn, wenn die Eltern einmal nicht mehr da sind? Wer achtet darauf, dass er/sie sich wohlfühlt? Dass ihre Interessen gewahrt werden? Wer verwaltet die Finanzen? Für die Eltern ist es wichtig zu wissen, dass die Verantwortung im Alter nicht mehr allein auf ihren Schultern liegt. Die Betreuung und Begleitung der Tochter, des Sohnes kann eventuell mit anderen Familienmitgliedern geteilt werden und zu einer Angelegenheit der ganzen Familie werden. Ausser den Geschwistern sind möglicherweise auch andere Verwandte oder Bekannte bereit, einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Jede Familie wird nach der für sie besten Lösung suchen müssen. Eine Hilfe ist dabei sicher das neue Erwachsenenschutzgesetz, das allerdings frühestens 2013 in Kraft tritt.

Die gesetzliche Vertretung

Das heute noch gültige Vormundschaftsgesetz kennt drei Massnahmen: die Vormundschaft resp. Verlängerung der elterlichen Sorge, die Beiratschaft oder die Beistandschaft. Für Menschen mit einer geistigen Behinderung kommt in der Regel die Vormundschaft resp. Verlängerung der elterlichen Sorge zur Anwendung. Sie ist mit einer vollständigen Entmündigung der Person verbunden. Das neue Erwachsenenschutzgesetz wird flexiblere Lösungen erlauben. Es sieht nur noch die Beistandschaft vor, die jedoch verschiedene Formen annehmen kann. Damit kann die Beistandschaft den individuellen Schützbedürfnissen einer Person angepasst werden.

Im neuen Erwachsenenschutzgesetz ist die Verlängerung der elterlichen Sorge nicht mehr vorgesehen. Eltern oder auch Geschwister werden zu Beiständen. Im Gegensatz zu andern Beiständen können sie jedoch von der Pflicht befreit werden, ein Inventar zu erstellen oder regelmässig Rechnung abzulegen und Bericht zu erstatten. Zudem können die Beistandschaften auf verschiedene Personen verteilt werden. Das erleichtert es den Eltern, eine optimale Lösung zu finden. Geschwister, andere Verwandte und Bekannte sind vielleicht eher bereit, eine geteilte Verantwortung zu übernehmen.

Die neuen Massnahmen in Kürze

Die Begleitbeistandschaft:
Die Person benötigt lediglich begleitende Unterstützung und nur für bestimmte Angelegenheiten. Sie wird mit Zustimmung der Person eingerichtet und lässt die Handlungsfähigkeit unberührt.

Die Vertretungsbeistandschaft:
Der Beistand vertritt die betroffene Person für bestimmte Angelegenheiten. Die Handlungsfähigkeit kann – muss aber nicht – entsprechend eingeschränkt werden.

Die Mitwirkungsbeistandschaft:
Die Person braucht für bestimmte Handlungen die Zustimmung des Beistands. Ihre Handlungsfähigkeit wird entsprechend eingeschränkt.

Die umfassende Beistandschaft:
bezieht sich auf alle Angelegenheiten. Diese Form der Beistandschaft ist vergleichbar mit den aktuellen Vormundschaften und der erstreckten elterlichen Sorge.

Ein Beispiel für eine massgeschneiderte Lösung: Der Beistand verwaltet zum Beispiel einen Teil des Vermögens und die Rente einer Person. Die Person selber teilt aber ihren Lohn, den sie in der geschützten Werkstätte verdient, eigenständig ein.

Erbrecht

Die Klärung, wer die gesetzliche Vertretung für den Sohn oder die Tochter mit geistiger Behinderung übernimmt, ist wichtig für seine/ihre künftige Lebenssituation. Als weitere Frage beschäftigt die Eltern oft auch die erbrechtliche Situation. Auch hier ist es sinnvoll, sich frühzeitig darum zu kümmern, welche Möglichkeiten des Erbens und Vererbens bestehen.

Menschen mit geistiger Behinderung können grundsätzlich wie andere Menschen erben und vererben. Und dennoch ist ihre Situation immer eine spezielle: Die Eltern möchten z.B. auf besondere Weise für sie vorsorgen. Oder die geistig behinderte Person benötigt Unterstützung, um über ihr Vermögen zu verfügen. In bestimmten Situationen sind zudem behördliche Zustimmungen notwendig.

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