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Wohnmodelle

Die steigende Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Behinderung verlangt nach angepassten Wohn- und Lebensformen. Institutionen, Altersheime und ambulante Dienste stehen vor einer grossen Herausforderung.

Mit dem Alter treten auch bei Menschen mit geistiger Behinderung ganz neue Bedürfnisse auf. Alte Menschen sind oft langsamer und auch weniger selbständig. Sie haben möglicherweise gesundheitliche Probleme und benötigen daher mehr Pflege. Weil sie nicht mehr arbeiten können, brauchen sie andere Angebote, um den Tag zu strukturieren. Gefragt sind daher neue Konzepte und Ideen, wie Wohnen im Alter für Menschen mit einer geistigen Behinderung aussehen könnte. Dabei gibt es keine allgemeingültige Lösung.

Kommt hinzu, dass die Eltern selber älter und möglicherweise auch gebrechlich werden. Sie fühlen sich irgendwann nicht mehr in der Lage, die gleichen Aufgaben wie bisher zu erfüllen. In der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Wohnformen lässt sich am ehesten klären, welches die bevorzugte Lösung für alle Beteiligten ist.

Alt werden in einer Institution

Menschen mit einer Behinderung, die in einer Institution leben, fühlen sich dort zu Hause. Für sie ist ein Wechsel in eine Alterseinrichtung nicht vorstellbar. Dort wohnen zu bleiben, wo die Person bisher gelebt und sich wohl gefühlt hat, entspricht dem Prinzip, alte Menschen möglichst nicht zu entwurzeln. Diesem Prinzip folgend, werden Menschen mit einer geistigen Behinderung in der Regel auch nach Erreichen des Pensionsalters weiterhin im Wohnheim betreut. Dieses Bleiberecht ist durch das Bundesgesetz über die Institutionen für Menschen mit einer Behinderung (IFEG) abgesichert.

Die Institutionen reagieren auf die veränderte Altersstruktur und entwickeln Konzepte, wie sie ihre älteren BewohnerInnen und MitarbeiterInnen der Werkstätten entsprechend den veränderten Bedürfnissen betreuen und begleiten können. Sowohl altersdurchmischte Wohngruppen wie auch die spezielle Wohngruppe für Seniorinnen und Senioren sind anzutreffen. Für die MitarbeiterInnen der Werkstätten gibt es Teilzeitmodelle mit fliessendem Übergang in die Pensionierung.

Damit die Lebensqualität im Alter erhalten bleibt, ist unter Umständen nicht nur ein Mehr an Pflege und gesundheitlicher Versorgung erforderlich. Für alte Menschen mit geistiger Behinderung ebenso wichtig sind adäquate Angebote, um ihre Fähigkeiten zu erhalten. Dazu dienen zum Beispiel Mobilitätstrainings, Ausflüge, aber auch eine Tagesstruktur mit genügend Spielraum für individuelle Bedürfnisse. Nicht vernachlässigt werden darf zudem die Möglichkeit, dass die BewohnerInnen ihre sozialen Kontakte pflegen können. Das gilt insbesondere für die Kontakte zu den Eltern. Falls diese selber nicht mehr mobil und in der Lage sind, ihre Söhne und Töchter in der Institution zu besuchen, sollte diese Mittel und Wege finden, dass dennoch regelmässige Besuche möglich sind.

Eine Umplatzierung im Alter sollte nur in Ausnahmefällen nötig werden. Das kann der Fall sein, wenn z.B. eine intensive Pflege in der Institution selber nicht mehr geleistet werden kann. Es könnte aber auch sein, dass die Person mit geistiger Behinderung selber den Wunsch äussert, den Lebensabend an einem anderen Ort zu verbringen.

Alt werden im Alters- und Pflegeheim

Das Altersheim kann eine Alternative zum Verbleib in der Institution sein, wenn die Person selber eine Veränderung der Wohnsituation wünscht. Vielleicht liegt es näher am Wohnort der nicht mehr so mobilen Eltern oder bei den Geschwistern, die nun die ersten Bezugspersonen sind. Ein Pflegeheim ist manchmal für stark pflegebedürftige Personen die beste Lösung.

Für Personen, die nicht schon in einer Institution für Menschen mit Behinderungen gewohnt oder gearbeitet haben, ist das Altersheim oft die einzige Lösung. Denn nach der Pensionierung ist ein Eintritt in eine solche Institution nicht mehr möglich. Wenn es also keine private Lösung mehr gibt und auch keine ambulanten Dienste in Anspruch genommen werden können, müssen diese Personen nach einem Platz in einem Alters- oder Pflegeheim Ausschau halten.

Nicht jedes Altersheim ist jedoch auf die Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung vorbereitet. Diese stellt besondere Ansprüche an das Pflegepersonal und erfordert Kenntnisse der verschiedenen Behinderungen und ihrer Besonderheiten sowie der spezifischen Förderungsmöglichkeiten. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fachpersonen aus der Gerontologie und der Heilpädagogik ist sowohl in diesem Fall wie bei der Betreuung in der Institution zentral.

Alt werden zu Hause

Für Menschen mit einer geistigen Behinderung, die in ihrer eigenen Wohnung oder bei den Eltern leben, ist die Wunschlösung natürlich, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Deshalb brauchen sie Zugang zu ambulanten Pflege- und Hausdiensten. Zurzeit gibt es jedoch noch wenig flächendeckende Spitex-Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung. Auskunft geben die Gemeindedienste der Wohngemeinde.

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