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Rechte und Pflichten

Eine Anstellung in einer Werkstätte oder im ungeschützten Bereich bringt Rechte und Pflichten mit sich. Diese gilt es auch bei Menschen mit einer geistigen Behinderung genau zu klären und in einem Vertrag festzuhalten.

Arbeitet eine Person mit einer geistigen Behinderung in einer Werkstätte oder im ersten Arbeitsmarkt, so gilt sie juristisch als vollwertige Mitarbeiterin. Zum Schutz aller betroffenen Parteien ist deshalb ein Arbeitsvertrag zwingend. Dafür gibt es unterschiedliche Modelle:

A.
Bei einer Anstellung in einer Werkstätte wird der Vertrag direkt zwischen der Institution und den Mitarbeitenden geschlossen. Die Institution wird für die behinderungsbedingten Mehrkosten vom Kanton entschädigt.

B.
Handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis im ersten Arbeitsmarkt, erfolgt der Vertrag in der Regel zwischen den Mitarbeitenden, dem Arbeitgeber und den gesetzlichen Vertretern. Behinderungsbedingte Mehrkosten werden teilweise von der IV übernommen.

C.
Eine Institution kann auch als offizielle Arbeitgeberin auftreten und leiht die angestellte Person an Unternehmen aus (Personalverleih-System).

Der Nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung INSOS hat eine Empfehlung für Arbeitsverträge in Werkstätten herausgegeben, an die sich alle Werkstätte halten sollten.

Lohn

Die Betriebe können bei einer vorhandenen Leistungsminderung keinen vollen Lohn zahlen. Aus diesem Grund wird üblicherweise ein Leistungslohn vereinbart. Der Lohn der angestellten Person entspricht dann genau ihrer Leistung. Je nachdem erhält sie zur Existenzsicherung weiterhin eine Voll- oder dann eine Teilrente. Dieses Modell wird auch als „Integration mit Rente“ bezeichnet. Es ermöglicht Menschen trotz ihrer Behinderung die berufliche Teilhabe. Der Durchschnittslohn in Werkstätten liegt nach einer zweijährigen Anlehre zwischen Fr. 350.- bis Fr.900.- Fr. im Monat.

Weiterbildung

Gerade bei Menschen mit Behinderung gehen die in der Berufsbildung erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse rasch verloren. Deshalb ist eine geregelte Weiterbildung elementar. Investitionen in die Weiterbildung kommt auch der Qualitätsentwicklung der Werkstätten zugute, welche auf kompetente Arbeitskräfte angewiesen sind. Gleichzeitig wird die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt einfacher. Eine vertraglich geregelte Weiterbildung lohnt sich also auf jeden Fall. Sie ist auch in der INSOS Empfehlung zu den Arbeitsverträgen in Werkstätten als Punkt aufgeführt.

Kündigung

Wenn die vereinbarten Leistungen nicht erbracht werden können besteht längerfristig die Gefahr der Kündigung. Für Menschen mit Behinderungen gelten dieselben Bedingungen wie für nicht Behinderte. Der Kündigungsschutz beträgt ab der Probezeit im ersten Dienstjahr einen Monat, vom zweiten bis neunten Dienstjahr zwei Monate und ab dem zehnten Dienstjahr drei Monate. Eine Kündigung sollte verhindert werden, da es danach noch schwieriger wird, eine Anstellung zu finden. Bei auftretenden Problemen lohnt es sich, möglichst früh Hilfe beim Job Coach, bei Beratungsstellen (z.B. von insieme Schweiz, Procap oder Pro infirmis) oder bei der kantonalen IV Stelle einzufordern.

insieme L&A PluSport Telefon:044 / 777 11 00
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