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Jugendliche

In der Zeit der Pubertät wird alles anders. Mit ihr beginnt eine Phase des Aufbruchs und oft auch der Auflehnung und der Neuorientierung. Ein Umbruch im Familiengefüge ist eine häufige Folge dieses Entwicklungsschrittes.

Der Übergang vom Kind zum Erwachsenen und die damit einhergehende emotionale, soziale und körperlich-sexuelle Entwicklung bringt viele neuen Herausforderungen mit sich: Es geht darum, mit den körperlichen Veränderungen umzugehen und sie in das neue Identitätsgefühl zu integrieren. Bislang vermittelte und geltende Werte und Normen werden plötzlich in Frage gestellt.

Die Auseinandersetzung mit der Behinderung des Geschwisters beeinflusst auch die in diesem Lebensabschnitt bestimmende Bildung der eigenen Identität. Die Geschwister befassen sich in dieser Lebenssituation erneut mit Fragen von Autonomie und Verantwortlichkeit inner- und ausserhalb der Familie.

Was es nicht einfacher macht: Meistens kommen die Geschwister im gleichen Zeitraum wie das Kind mit Behinderung in die Pubertät, wobei sie bereits stark mit sich selbst beschäftigt sind und mit eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Das kann die Geschwisterbeziehung verändern und zu Auseinandersetzungen und Spannungen im Familiengefüge führen. Möglicherweise beginnen sich die Geschwister in dieser Lebensphase plötzlich zu schämen, finden das Verhalten der speziellen Schwester, bzw. des besonderen Bruders peinlich oder entwickeln Schuldgefühle.

Neue Gefühle, neue Beziehungen

Bei Kindern mit einer geistigen Behinderung kommt noch eine zusätzliche Schwierigkeit dazu: Unter Umständen verhalten sie sich sexuell auffällig, weil sie weder Schamgefühle noch Zurückhaltung entwickeln und ihre Gefühle spontan und direkt zum Ausdruck bringen. Dies kann die Geschwisterbeziehung weiter strapazieren.

Im Jugendalter treten bei Geschwistern unter Umständen vermehrt auch Ängste auf, bei der Partnersuche beeinträchtigt zu sein oder ihre ganze Lebensplanung auf ihr behindertes Geschwister einstellen zu müssen. Studien belegen, dass über 80 Prozent der Geschwister im Jugendalter das Aufwachsen mit einem behinderten Geschwister als persönlichen Gewinn taxieren. Sie führen dabei vor allem ihre soziale Einstellung und eine positive, offene Haltung gegenüber Menschen mit Behinderung auf. Auch die Förderung der eigenen Selbstständigkeit und die Erfahrung durch das gemeinsame Aufwachsen mit dem behinderten Kind, wurden von den jugendlichen Geschwistern als positiv gewertet.

Wie gut jugendliche Geschwister von behinderten Kindern ihre Situation bewältigen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind insbesondere:
- das Erleben und Zugeben positiver wie auch negativer Gefühle dem behinderten Geschwister gegenüber,
- ein gewisses, aber nicht übermässiges Interesse an den Aktivitäten des behinderten Geschwisters,
- ein Selbstbild, das weitgehend unabhängig ist vom Bild des behinderten Geschwisters,
- offene Gespräche mit Freunden über die Behinderung.

Wichtig für Jugendliche und Geschwister von Menschen mit Behinderung ist, dass sie Möglichkeiten haben, ihre Gefühle und Spannungen zu verarbeiten und über ein soziales Umfeld verfügen, das sie dabei unterstützt.

Aufbruch und Neubeginn für alle

Mit zunehmendem Alter eines Kindes werden die Ablösung vom Elternhaus und der Auszug zu wichtigen Themen. Bei Jugendlichen mit Behinderung stellt sich nun möglicherweise die Frage nach einem Umzug in eine Institution. Dies ist nicht nur für die Betroffenen selber, sondern auch für die Eltern und Geschwister ein grosser Schritt, der sorgfältig diskutiert und geplant werden muss.

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