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Richtung Integration

Viele Eltern wünschen sich, dass ihr Sohn, ihre Tochter die Regelschule besucht. Doch der Weg zur schulischen Integration ist noch immer mit zahlreichen Hindernissen versehen. Einige Überlegungen, wie sich diese überwinden lassen.

Immer mehr Eltern von Kindern mit einer geistigen Behinderung wollen, dass ihr Sohn, ihre Tochter in die Schule im Dorf oder im Quartier integriert wird. Warum? Weil Integration bedeutet, dass ihr Kind in der Nachbarschaft verankert bleibt und durch den Kontakt zu gleichaltrigen Kindern zum Lernen angeregt wird.

Weil alle Kinder so voneinander und miteinander lernen. Weil so die Chance steigt, dass sie als erwachsene Personen ein erfülltes Leben mitten in der Gesellschaft führen können, akzeptiert und geschätzt von den Mitmenschen.

Vielerorts stösst die Integration jedoch noch auf Ablehnung und auf zahlreiche Hürden. Zu diesen Hürden gehört nicht zuletzt, dass die Situation nicht nur von Kanton zu Kanton verschieden ist, sondern oft auch von einer Schule zur andern.

Und obwohl das Behindertengleichstellungsgesetz vorsieht, dass die schulische Integration gefördert werden soll, braucht es meist noch die Initiative der Eltern. Häufig hängt das Zustandekommen einer Integration noch davon ab, ob die Schule und die Lehrpersonen dazu bereit sind. Da jedes Kind mit einer Behinderung ein Anrecht auf sonderpädagogische Massnahmen hat, muss die Integration letztlich auch bei der Sonderschule und den heilpädagogischen Lehrkräften auf ein positives Echo stossen. Denn ihre Mitarbeit ist unerlässlich, damit eine gute Förderung in der Regelschule stattfinden kann.

Ein Wunderrezept für eine erfolgversprechende Vorgehensweise gibt es nicht. Doch gibt es einige Punkte, die die Erfolgschancen steigen lassen. Die folgenden Ratschläge basieren auf den Erfahrungen von Eltern, die ihr Kind in die Regelschule integriert haben, und HeilpädagogInnen.

Zehn Schritte in Richtung schulischen Integration

1. Sich früh genug informieren.
Es lohnt sich, bereits ein, zwei oder sogar drei Jahre vor Schuleintritt Informationen über die Aufnahmebedingungen der Schulen an Ihrem Wohnort einzuholen. Die kantonalen Erziehungsdirektionen sollten Auskunft geben können, wie eine Integration möglich ist.

2. Sich umfassend dokumentieren.
Die Gesetze zu kennen, bedeutet, seine Rechte zu kennen. Andere Texte zur schulischen Integration und Beispiele gelungener Integrationen sind weitere wichtige Stützen, wenn es darum geht, andere zu überzeugen. Informationen und Unterstützung bieten der regionale insieme-Verein oder auch Pro Infirmis und Procap.

3. Die Quartierschule kontaktieren und informieren.
Ein früher Kontakt mit der Schule – mehrere Monate oder sogar ein Jahr vor Schuleintritt – bringt den Vorteil, dass genug Zeit bleibt, verschiedene Möglichkeiten zu besprechen.

Es kann sinnvoll sein, sich von einer Heilpädagogin, einem Heilpädagogen begleiten zu lassen. Diese ersten Kontakte bieten auch Gelegenheit, die Schulleitung und die Lehrkräfte zu informieren, welche Behinderung ein Kind hat, welches seine Stärken und auch Schwächen sind, was es braucht und was es kann, welche Fähigkeiten und Interessen es hat. Meistens wissen die Regellehrkräfte wenig über Kinder mit Behinderungen. Sie sind daher auf Informationen angewiesen.

4. Eine enge Zusammenarbeit mit der Sonderschule oder dem heilpädagogischen Kompetenzzentrum pflegen.
Da in der Schweiz jedes Kind mit einer geistigen Behinderung ein Anrecht auf sonderpädagogische Massnahmen hat, sind Vertreter und Vertreterinnen dieses Fachbereichs wichtige Partner bei einem Integrationsverfahren.

5. Aufnahmebedingungen und klare Ziele festlegen.
Damit die Integration gelingt, braucht es ein klares, auf das Kind abgestimmtes pädagogisches Konzept und eine gute Förderplanung. Es ist auch zu klären, ob das Kind ausser der sonderpädagogischen Unterstützung noch eine weitere Begleitung braucht.

6. Den Schuleintritt vorbereiten.
Alle Kinder – auch die nicht behinderten Kinder – müssen auf den Schulbeginn vorbereitet werden. Vermutlich hatten die nicht behinderten Kinder vorher noch wenig Kontakt mit behinderten Kindern. Dann brauchen auch sie Informationen und die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

7. Mit den andern Eltern sprechen.
Die Eltern der andern Kinder reagieren unter Umständen mit Ablehnung auf die Anwesenheit eines Kindes mit einer geistigen Behinderung in der Klasse. Einige befürchten vielleicht, ihr eigenes Kind könnte dadurch „gebremst“ werden und würde nicht genug lernen. Aufklärung gerade zu diesem Sachverhalt ist unerlässlich. Es gibt Studien, die das Gegenteil belegen.

8. Regelmässige Gespräche einplanen.
Der Rhythmus, in dem Gespräche mit den Lehrkräften stattfinden sollten, ist von Fall zu Fall verschieden. Empfehlenswert sind mindestens ein Gespräch pro Jahr mit allen beteiligten Parteien und mehrere Sitzungen, an denen nur ein Teil der Beteiligten teilnimmt. Regelmässige Gespräche sind sehr wertvoll, denn sie erlauben es, sich über die Bedürfnisse des Kindes auszutauschen, die Ziele zu überprüfen und Zuständigkeiten zu klären.

9. Den Kontakt aufrechterhalten.
Ein Kommunikationsheft kann die Kommunikation vereinfachen. Das Heft zirkuliert zwischen allen Beteiligten, die ihre Beobachtungen, Bemerkungen und Fragen darin festhalten. Alle sind so immer auf dem Laufenden.

10. Integration auch ausserhalb der Schule wagen.
Die schulische Integration findet auch bei Anlässen ausserhalb des Klassenzimmers statt, zum Beispiel bei gemeinsamen Unternehmungen, Besichtigungen, Ausflügen etc.

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