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Missbrauch

Jeder und jede kann Opfer eines sexuellen Missbrauchs werden. Für Personen mit geistiger Behinderung ist das Risiko jedoch ungleich höher. Wer die Risiken kennt, kann besser vorbeugen.

Sexueller Missbrauch passiert überall, zu Hause, in der Nachbarschaft, in einer Institution. Er betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene können Opfer sexueller Ausbeutung werden. Für Jungendliche mit einer geistigen Behinderung ist das Risiko jedoch noch grösser, je nach Untersuchung geht man von einem drei- bis zehnmal höheren Risiko als in der Gesamtbevölkerung aus.

Jugendliche mit einer geistigen Behinderung sind aus verschiedenen Gründen besonders gefährdet:

A. Weniger Wissen:
Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung fehlt oft das Wissen über angemessene sexuelle Verhaltensweisen. Ihre Schulbildung ist schlechter, ihnen fehlt die Möglichkeit, sich zu informieren.

B. Weniger Intimität:
Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung erleben aufgrund ihres Betreuungsbedarfs oft Eingriffe in die Intimsphäre. Dies führt dazu, dass ein sexueller Übergriff von den Betroffenen als eine Grenzverletzung unter vielen andern erlebt wird und deshalb nicht als Übergriff wahrgenommen wird.

C. Weniger Kommunikationsmöglichkeiten:
Menschen mit einer geistigen Behinderung, die über eingeschränkte oder keine verbalen Kommunikationsmöglichkeiten verfügen, setzen oft ihren Körper als Verständigungsmittel ein. Diese Art der Kommunikation kann dem Täter den falschen Eindruck vermitteln, ein Recht auf Körperkontakt zu haben.

D. Weniger Glaubwürdigkeit:
Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung fehlt oft die Möglichkeit, sich glaubhaft mitzuteilen. Ihre Äusserungen werden nicht immer so ernst genommen, wie sie sollten. Sie können leichter manipuliert oder zum Schweigen gebracht werden.

Prävention

A. Sexualerziehung
Sexualerziehung ist unumgänglich, damit Kinder und Jugendliche den menschlichen Körper und insbesondere die Sexualorgane und ihre Funktion kennenlernen und sie sich sprachliche Begriffe für den Umgang mit der eigenen Sexualität aneignen können.

B. Lernen, mit Nähe und Distanz umzugehen
Für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist es wichtig, den gesellschaftlichen Kodex zu kennen und anzuwenden: Das Kind, der Jugendliche muss lernen, dass es in einem gewissen Alter nicht mehr angebracht ist, sich auf jedermanns Knie zu setzen, jeden zu berühren oder zu umarmen oder sich nackt zu zeigen.

C. Kommunikationsfähigkeiten verbessern
Der verbale Ausdruck muss vermittelt und geübt werden: Menschen mit geistiger Behinderung müssen Ausdrücke und Begriffe für Körperteile und sexuelle Praktiken kennen, um über ihre Sexualität sprechen, sich verteidigen und Frustrationen artikulieren zu können.

D. Grenzen setzen lernen
Personen mit einer geistigen Behinderung müssen lernen, zwischen den unumgänglichen täglichen Grenzüberschreitungen durch die Abhängigkeit von fremder Hilfe (Pflege) und unerwünschten Grenzüberschreitungen zu unterscheiden. Verteidigungsstrategien sollten entwickelt und geübt werden.

Symptome und Verhaltensmöglichkeiten

Sexueller Missbrauch lässt sich nur schwer nachweisen. In den meisten Fällen ist das Opfer so eingeschüchtert und fühlt sich so sehr bedroht, dass es nichts sagt. Doch es gibt gewisse Symptome, die auf einen sexuellen Übergriff oder zumindest auf eine gewisse Not der betroffenen Person hinweisen. Hier einige Symptome, die ernst genommen werden müssen:

Körperliche, non verbale Symptome

- Wunde, infizierte Genitalien (Ausfluss, Bluten, befleckte Unterwäsche)
- Starke psychosomatische Schmerzen im Unterleib, Erbrechen, Durchfall
- Verschwinden über Nacht
- Fehlende Kleider
- Unerklärliche Geldmengen oder Süssigkeiten

Emotionale Symptome (treten am häufigsten in Erscheinung)

- Veränderung des bisherigen Verhaltens
- Plötzlich sexualisiertes Verhalten, sexualisierte Sprache
- Regressive Verhaltensweisen (Bettnässen, Essstörungen, Schauspielereien)
- Delinquentes Verhalten
- Hyperaktivität, Fieberhaftigkeit
- Selbstverletzung
- Rückzug, Depression, Selbstmordgedanken und -versuche
- Pseudoepileptische Anfälle

Wie reagieren

Was tun bei einem Verdacht auf sexuellen Missbrauch? Hier einige wichtige Punkte:

- dem Opfer zuhören und es und/oder die Symptome ernst nehmen,
- Ruhe bewahren, nicht überstürzt handeln und nicht überreagieren,
- Opfer und Täter trennen,
- das Verhalten beobachten, aufschreiben, Informationen und Fakten sammeln,
- Hilfe von Fachpersonen suchen (Kinderschutzzentren),
- Vorgehen planen, gemeinsam nächste Schritte planen,
- Zusammenkunft von Fachleuten einberufen,
- Vertrauen beim Kind aufbauen, es in den Prozess mit einbeziehen.

Wenn sich der Verdacht nicht bestätigt, weiter forschen, was hinter dem auffälligen Verhalten des Kindes oder Jugendlichen steckt.

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